Slotmanagement in der Luftfahrt

Slotmanagement hat in der Luftfahrt bzw. im Luftverkehr eine große Bedeutung. Dabei wird der Begriff Slot im Deutschen mit Zeitnische oder Zeitfenster übersetzt. Konkret bezeichnet dies einen einzelnen festgelegten Zeitraum, in dem ein Flugzeug an einem Flughafen starten oder landen darf.[1]

Allgemein kann man im Aviation Business zwischen zwei Arten von Slots unterscheiden: Zum einen gibt es Airport Slots, die aufgrund von Kapazitätsmängeln an Flughäfen geplant werden. Außerdem gibt es Airway Slots (ATFCM-Slots), die spontan und aufgrund zusätzlicher Kapazitätsprobleme vergeben werden.[2] Im Ergebnis spielen beide Slots für die Flugplanung eine große Rolle.

Diese Zeitfenster werden den Fluggesellschaften für ihre Starts und Landungen an den Flughäfen nach Bedarf zugeteilt. Doch warum gibt es diese Zeitfenster überhaupt? Einerseits resultiert die Notwendigkeit dieser Zuteilung aus dem Übersteigen der Nachfrage der Fluggesellschaften an An-/Abflügen gegenüber dem Angebot an verfügbaren Kapazitäten der Flughäfen. Anderseits spielen mangelnde Kapazitäten im Luftraum eine Rolle.[3] Letztlich geht es um die Verteilung begrenzter, wertvoller und daher hart umkämpfter Kapazitäten. Somit stellen diese eine Grundvoraussetzung für das operative Geschäft jeder Fluggesellschaft dar.

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Slot Management

Slotmanagement ist Ressourcenverteilung

Diese Ressourcenverteilung stellt eine bedeutende Einschränkung der Fluggesellschaften bei der Ausschöpfung des Marktpotenzials dar. Denn sie beeinflusst maßgeblich die Wahl ihrer Geschäftsbereichsstrategie.[4] Da eine Aufgabe des Controllings darin besteht, die Geschäftsleitung mit Informationen zu versorgen, damit sie Strategien formulieren und realisieren kann, sind Ermittlung und Bewertung der Verfügbarkeit notwendiger Ressourcen eines von mehreren Erfolgskriterien für das Controlling. In diesem Zusammenhang ist das Controlling als Instrument zur Steuerung des Unternehmens zu verstehen.

In den Bereichen Planung, Steuerung und Kontrolle sind Airport Slots kaum als monetäre Größen berechenbar. Dies liegt vor allem daran, da ihre Verteilung nicht in Form von Geld handelbar ist. Dennoch sind bestimmte Aspekte der Slots in der sogenannten Streckenergebnisrechnung und Flugplanung zu berücksichtigen.

Jedoch sieht es bei den durch Airway Slots verursachten Verspätungen anders aus. Denn diese können für Kosten in den verschiedensten Bereichen sorgen. Hierbei sind empirisch ermittelte Zusatzkosten zu berücksichtigen, die aus Erfahrungswerten resultieren.

Daher wird das Slotmanagement einer Fluggesellschaft organisatorisch in zwei Bereiche geteilt. Einerseits fällt das Management der Airport Slots in den Bereich Netzmanagement und Flugplanung. Andererseits gehört die Zuständigkeit für Airway Slots in den Kompetenzbereich der Dispatch-Abteilung bzw. der Abteilung Flightoperations.

Quellen zum Slotmanagement

[1] Vgl. Klußmann, Nils.; Malik, Armin: Lexikon der Luftfahrt. 3. Auflage. Springer-Verlag: Heidelberg, (2012), S.252.

[2] Vgl. Maurer, Peter: Luftverkehrsmanagement, 4. Auflage. Oldenbourg Wissenschaftsverlag: München, (2006), S.307.

[3] Vgl: Rasch, http://www.airliners.de/arten-zuteilung-slots-basiswissen-luftverkehr-11/33885

[4] Vgl. Dillerup, Roman; Stoi, Ralf: Unternehmensführung. 3. Auflage. Verlag Franz Vahlen: München, (2011), S. 142