Kerosinpreis und Kerosinverbrauch

Kerosinpreis und Kerosinverbrauch sind für Fluglinien wichtige Erfolgsfaktoren. Denn die Kosten für das Kerosin stellen einen wichtigen Kostenfaktor dar. Immerhin machen Sie je nach Airline etwa 20 bis 30 Prozent der Gesamtkosten aus. Dabei stellt im Jahr 2011 die Flotte der deutschen Luftfahrtgesellschaften einen neuen Effizienzrekord auf. Erstmals verbrauchten die Flugzeuge weniger als 4 Liter Kerosin pro Passagier und 100 Kilometer, 20 Jahre zuvor lag dieser Wert noch bei 6,2 Liter (vgl. Energie Effizienz Report 2012, BDL, S.3). Diese Berechnung gilt unter der Annahme eines vollbesetzten Flugzeugs. Deshalb ist der Verbrauch pro Person noch immer höher als bei Automobilen. Denn auch dort müsste man dann für einen fairen Vergleich ein vollbesetztes Auto unterstellen.

Dieser Senkung des Kerosinverbrauchs ist sowohl aus ökologischer wie auch aus ökonomischer Sicht wichtig. Der Anteil des Luftverkehrs an der gesamten CO2– Emission (Kohlendioxidausstoß), die aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe resultiert, beträgt zwar nur 2,46%, dies entspricht aber immerhin 654 Millionen Tonnen CO2 jährlich.

Kerosinpreis und KerosinverbrauchKerosinpreis

Wenn man die Entwicklung des Verbrauchs von Verkehrsflugzeugen und den damit verbundenen Kohlendioxidausstoß betrachtet, so erkennt man den großen Fortschritt, der seit den 1960er Jahren gemacht wurde, und sieht auch, welches Einsparpotential es noch gibt. So wurde in 50 Jahren, von 1960 bis 2010, der durchschnittliche Treibstoffverbrauch um erstaunliche 82% gesenkt. Doch noch immer sind weitere Einsparpotenziale zu erwarten.

Beispielhaft sei einmal der Kerosinverbrauch einer Boeing 747 aufgeführt. Auf den ersten beiden Kilometern, während der Beschleunigungsphase, verbraucht der Jumbo stolze 470 Liter Kerosin. Im Steigflug sind es dann „nur“ noch 34 Liter pro Kilometer. Und im Streckenflug reduziert sich der Verbrauch der Boeing 747 dann sogar auf etwa 13 Liter pro Kilometer. Dabei entstehen etwa 2 kg Kohlendioxid pro Liter Kerosin, das verbraucht wird.

Was macht der Kerosinpreis?

Betrachtet man die Ölpreisentwicklung, so wird das wirtschaftliche Interesse an spritsparenden Flugzeugen deutlich. Die Kosten für ein Barrel Öl sind in den letzten Jahren immens gestiegen. Musste man im Frühjahr 2003 noch etwa 40 US-$ pro Barrel Kerosin bezahlen, so stieg der Preis im Frühjahr 2008 auf ein Rekordniveau von etwa 180 USD. Da Kerosin in Gallonen (3,8 Liter) und US-Dollar gehandelt wird, benötigt man den Wechselkurs des Dollars zum Euro, um die Kosten pro Liter Kerosin in Euro ausrechnen zu können. Im Sommer 2017 mussten die Fluggesellschaften etwa 34 Cent pro Liter Kerosin bezahlen. Da Kerosin steuerlich subventioniert ist (im Unterschied zu den Fahrzeugkraftstoffen wird keine zusätzliche Steuer erhoben), kann man ungerechnet für etwa 16 Euro Kerosinkosten von Düsseldorf nach Palma de Mallorca fliegen, immer vorausgesetzt, das Flugzeug ist voll besetzt (Quelle: https://utopia.de/ratgeber/kerosinpreis-ermitteln-so-viel-kostet-der-liter-flugbenzin/).

Die einfachste Möglichkeit, Sprit zu sparen, ist das Gewicht zu reduzieren. So nahm sich Lufthansa jüngst einen Airbus A340-300 vor und ließ diesen komplett entladen. Von den 4 Tonnen, die entladen wurden, waren rund 100kg überflüssiger Ballast. Auf die gesamte Flotte umgerechnet, könnte LH jährlich rund 2,6 Mio Euro an Kerosinkosten einsparen (vgl.aero.de, Lufthansa speckt einen Airbus A340 ab, 20.12.2012.).

Fluggäste beschweren sich häufig über die hohen Preise, die sie bezahlen müssen, wenn ihr Gepäckstück zu schwer ist. Wenn man nun aber den Mehrverbrauch betrachtet, der pro 100kg Übergepäck entsteht, so sind die Summen nachvollziehbar.

Ursprüngliche Quelle: Studienarbeit Moritz Imbach, Freiburg, Studierender an der htw saar (Der Text ist inzwischen überarbeitet worden.)