Fluggastrechte in der Luftfahrt

Die Fluggastrechte sind in der Europäischen Union (EU) eindeutig gesetzlich geregelt. Dennoch gibt es immer wieder Airlines, die Fluggastrechte zunächst ignorieren, insbesondere bei Verspätungen und Annulierungen. In diesen Fällen stehen den Fluggästen nämlich teilweise erhebliche (finanzielle) Entschädigungen zu. Dazu zählen nicht nur die Verpflegung vor Ort oder die Unterbringung in einem Hotel. Letztere kommt natürlich nur dann in Frage, wenn ein Flug auf den nächsten Tag verschoben wird. Auch Geldzahlungen von teilweise mehreren Hundert Euro als Schadenersatz können gerechtfertigt sein.

Aufgrund dieser stattlichen Kosten ignorieren Fluglinien die Fluggastrechte immer wieder. Dann haben die betroffenen Kunden die Möglichkeit, ihre Rechte einzuklagen. Es gibt aber zunehmend Organisationen, die sich gegen Provision darum bemühen, die Rechte umzusetzen. Meist muss die Provision nur im Erfolgsfall gezahlt werden. Dann macht sie in der Regel etwa 25% der Entschädigung aus, die erfolgreich einklagbar war. Bei einem Anspruch von nicht selten 400 Euro bedeutet das immer noch, dass Sie in diesen Fällen nach Abzug der 100 Euro für die Kanzlei 300 Euro selbst behalten können. Natürlich können Sie auch höhere Entschädigungen erzielen, wenn Sie nachweisen können, dass Sie einen höheren Schaden durch die Verspätung haben.

Wie hoch die Entschädigung ist, die Sie verlangen können, hängt von der Länge der Verspätung und der Länge des Fluges ab. Während bei Kurzstrecken so 250 Euro zusammenkommen können, sind es bei Mittelstrecken 400 Euro und bei Langstrecken sogar 600 Euro. Wohlgemerkt, diese Entschädigungen können Sie verlangen über die Verpflegungskosten und Kosten für die Unterkunft hinaus, falls durch die Verspätung oder die Annullierung zusätzliche Übernachtungen notwendig werden. Von der Zahlung der Entschädigung ist die Fluglinie nur dann befreit, wenn höhere Gewalt Ursache der Verspätung oder Flugannullierung ist und sie alles dafür getan hat, den Flug doch (pünktlich) stattfinden zu lassen.

Da das Thema der Fluggastrechte relativ kompliziert ist, müssen Sie sich ggf. juristische Hilfe suchen. Aber es gibt nicht sehr viele Anwälte, die sich wirklich gut mit dem Flugreiserecht auskennen. Deshalb ist es sinnvoll, wenn Sie schon gegenüber Ihrem Anwalt mit einem Grundwissen auftreten können. In diesem Fall lohnt sich vorab der Blick in ein Fachbuch. Zwar gibt es davon nicht sehr viele, aber das Buch von Chris Falkner ist durchaus empfehlenswert.

Buchtipp zum Thema Fluggastrechte

Ein sehr gutes Buch, dass dieses Thema beinhaltet, kommt von Chris Falkner:

Fluggastrechte
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FluggastrechteDas Buch beinhaltet so wichtige Fragen wie zum Beispiel:

Welche Fluggast-Rechte habe ich?
Wie bekomme ich die Ticketkosten für einen stornierten Flug zurück?
Welche Ausnahmen sind dabei zu beachten?
Wie stelle ich meine Forderungen?
Und wie sieht ein Beschwerdeschreiben aus?
Wie lege ich einen Widerspruch bei der Airline ein?
Gibt es Beispielfälle?
Was sollte ich im Wiederholungsfalle am besten tun?
An wen kann ich mich zusätzlich wenden?

Diese und andere Fragen rund ums Fliegen werden auf knapp 120 Seiten im Buch AIRLINES – Reklamation bei Flugreisen, Fluggastrechte und Spartipps: Entschädigung bei Verspätung, Annullierung und Nichtbeförderung (Amazon-Link) anschaulich beschrieben. Auf jeden Fall sollten Sie Ihre Rechte wahrnehmen, wenn es auch bei Ihnen zu einer maßgeblichen Verspätung oder gar einem Flugausfall gekommen ist.

Im Internet finden Sie zudem viele Anbieter, die Sie (meist auf Provisionsbasis im Erfolgsfall) dabei unterstützen, Ihre Rechte geltend zu machen. Dazu zählen beispielweise folgende Angebote:

www.flightright.de

www.euflight.de

www.flugrecht.de

www.fairplane.de

Auch die Zeitschrift test der Stiftung Warentest hat ein Special zu den Fluggastrechten aufgelegt: Der Weg zur Entschädigung

Darüber hinaus finden Sie auf dieser Website einen Erfahrungsbericht zu einem Flug mit Niki im Herbst 2017, der Bestandteil einer Pauschalreise mit Neckermann Reisen war.